GBH: Die 30-Millionen-Euro-Frage

Kaum hat die Wohnungsbaugesellschaft GBH angekündigt, dass sie in den nächsten Jahren Rücklagen in Höhe von sagenhaften 30 Millionen Euro übrig haben wird, bekommt man im Rathaus feucht-klebrige Finger (siehe HAZ vom 7.04.2015). Was könnte man mit dem vielen Geld nicht alles machen? Zum Beispiel den maroden Haushalt sanieren? Das Geld für den Wohnungsneubau könne die GBH sich ja schließlich auch bei der Bank leihen..
Die GBH wurde einst zum Zweck des sozialen Wohnungsbaus gegründet. Inzwischen wird wie bei jeder x-beliebigen Immobilienbude auch bei der GBH auf die Rendite geschielt, von der Gemeinnützigkeit hat man sich schon vor Jahren verabschiedet und kurz darauf einen Teil des Wohnungsbestandes wie z.B. in Hainholz an kapitalistische Heuschrecken-Fonds verscherbelt.
Dass die Rücklagen, um die es jetzt geht, nicht vom Himmel gefallen sind, sondern Monat für Monat von den GBH-Mietern in Stöcken, Linden und vielen anderen Stadtteilen eingezahlt wurden, ist den abgehobenen SPD- und Grünen-Politikern offenbar überhaupt nicht bewusst. Eine städtische Wohnungsbaugesellschaft, die ihre Aufgaben ernst nimmt, würde ihre Überschüsse nicht als eine Art Sondersteuer für Sozialmieter an ihre formalen „Eigentümer“, die Stadt und die Sparkasse(!) abführen, sondern für den Neubau von kleinen und großen Wohnungen ausgeben, die in vielen Stadtteilen praktisch nicht mehr bezahlbar sind und die (Warm-)Mieten auf ein vertretbares Maß – ein Drittel des Haushaltseinkommens – begrenzen.