Steintorplatz: Behauptungen und Tatsachen

Steintorplatz muss frei bleiben!

Am 6./7.10. berichtete die HAZ: „Die Stadt macht ernst mit ihrer Planung, den Steintorplatz bebauen zu lassen. Die Gespräche mit dem Investor sind weit fortgeschritten.“ Die Stadt verhandele mit dem Düsseldorfer Unternehmen „Centrum“. Nachdem diese Pläne monatelang im Geheimen ausgekungelt wurden, dürfen die Bürgerinnen und Bürger nun gnädigerweise in ein Beteiligungsverfahren mit eintreten.

Wir sagen NEIN zu diesen Plänen.

Wir meinen: Jetzt ist Widerstand gegen die Steintorplatzbebauung angesagt!

Der Steintorplatz muss frei bleiben – für Feste, Märkte, Kundgebungen. Als Platz zum Verweilen und Ausruhen.

Im Konzept für die Innenstadt City 2020+ wurde das Verscherbeln öffentlicher Räume beschlossen: Der Klagesmarkt, der Marstall und der Köbelinger Markt beim Ausländeramt, das abgerissen werden soll. Dummdreist steht in der Broschüre der Verwaltung: Das ‚Übermaß’ an Fläche eröffnet viele Gestaltungsspielräume.

Stadt und HAZ machen nun Stimmung für das Zubauen des Steintorplatzes. Die „Argumente“ sind allesamt an den Haaren herbeigezogen:

Behauptung (Ewald Nagel, SPD, zitiert in der HAZ): „…er ist kalt und lieblos, eine Bebauung ist kein Verlust.

Tatsache ist: Bislang bietet der Steintorplatz noch großzügigen Stadtraum, Freifläche für Veranstaltungen verschiedenster Art. Hier finden viele politische Veranstaltungen, große Beach-Volleyball-Turniere und Marktschreier-Wettbewerbe u.a. statt. Der abgelegenere Goseriedeplatz ist dafür kein Ersatz.

Behauptung (Stadt Hannover, nach Bericht der HAZ): Es entsteht neuer Wohnraum.

Tatsache ist: In Hannover sind 39% der Mieterhaushalte – das sind 86.300 Haushalte in unserer Stadt – auf preisgünstigen Wohnraum angewiesen. Diese Wohnungen werden mit den aktuellen Bauprojekten (Klagesmarkt, Steintorplatz, Wasserstadt Limmer) zahlenmäßig nicht ansatzweise geschaffen. Gebaut wird für Vermögende, nicht für Arbeiter, Angestellte, Rentner, Studierende, Erwerbslose.

Behauptung (Martin Prenzler, Chef des Vereins der Kaufleute, zitiert in der HAZ): „Dieser Platz wird seit 30 Jahren vernachlässigt“.

Tatsache ist: Was unter „Vernachlässigung“ zu verstehen ist, ist je nach Interessenslage sehr verschieden. Offenbar hält der Verein der Kaufleute einen Platz erst dann für gepflegt, wenn er Profit für Immobilienhaie und Shoppingcenter abwirft. Laut HAZ sagt Café-Betreiber Massimo Dall’Asta, der erst im vergangenen Jahr 150 000 Euro in die Erneuerung seines Venezia-Pavillons investiert hat: „Mir wird der Boden unter den Füßen weggezogen, mein Lebenswerk wird vernichtet“.

Alle jetzt von Stadt, Unternehmen und HAZ aufgetischten „Argumente“ haben nur einen Zweck: Sie sollen das jetzt schon umstrittene Projekt ohne größere Proteste ins Ziel bringen. Davon werden ausschließlich Investoren, Immobilien- und Bauunternehmen, Handelskonzerne und Banken profitieren. Verlieren werden Mieter und die Bürger der Stadt, denen ihre öffentlich genutzten Plätze genommen werden.

Gegen diese Entwicklung müssen wir uns wehren – mit kreativem, massenhaften Widerstand!