Bundeswehr – Was zählt sind Profite

Seit November läuft die neue Werbe-kampagne „Mach was wirklich zählt“, die für die Bundeswehr als Arbeitgeber wirbt. Gezielt sollen dabei mit Sprüchen wie „Krisenherde löst du nicht durch Abwarten und Teetrinken“ oder „Wahre Stärke findest du nicht zwischen zwei Hanteln“ Jugendliche für den Beruf als SoldatIn gewonnen werden. Ganz Hannover ist voll davon. Die Kampagne wird mit bundesweit 30.000 Plakatwänden und 5 Millionen Postkarten gestartet. Für diese Werbemaßnahmen greift die Bundesregierung tief in unsere Geld-beutel: Im letzten Jahr wurden 29,9 Millionen Euro Steuergelder für die Nachwuchswerbung ausgegeben Hat da etwa jemand Nachwuchssorgen? Kein Wunder, denn z.B. im Wehrdienst bricht knapp ein Drittel aller Freiwilligen in den ersten sechs Monaten ab!

Viel Geld, sicherer Job, großes Abenteuer, hohe Ausbildungsqualität – so ungefähr wird versucht, uns die Ausbildung bei der Armee schmackhaft zu machen – in der Schule, auf Berufsmessen, im Jobcenter aber auch auf Plakaten, in Zeitungen, im Fernsehen oder im Radio. Soldat – ein notwendiger und ehrenwerter Beruf. In der Werbekampagne „Mach was wirklich zählt“ kann man es dann sehen: Die „Truppe“ ist cool und sie schaut nicht zu, wenn Unrecht passiert sie tut was da-gegen. Das Image, das die Bundeswehr sich geben will ist klar: Sie verteidigt Menschenrechte und Demokratie, schleppt bei Umweltkatastrophen Sand-säcke und hält die Wirtschaftswege frei. Auf der anderen Seite: Die Zugangsbeschrän-kungen an den Universitäten werden immer höher, nach der Ausbildung ist eine Über-nahme oft unsicher und meistens befristet. Kaum einer von uns hat noch die Illusion vom sicheren Job mit sicherer Lebensplanung. Dagegen wirkt eine Ausbildung bei der Bundeswehr tatsächlich sehr attraktiv: Über 1000 Euro/Monat für Ausbildung oder Studium und dann auch noch eine Jobgarantie im Anschluss. Wo findet man das noch? 

Wenn du bei der Bundeswehr eine Ausbildung oder ein Studium machst, dann hast du einen sicheren Job, einen ziemlich sicheren sogar. Um genau zu sein verpflichtest du dich bei einer Ausbildung für 9 Jahre, bei einem Studium für 13 Jahre. Und vielleicht ist dieser Job sogar todsicher. Denn du verpflichtest dich, ins Ausland zu gehen. Was da als Abenteuer verkauft wird, ist in Wirklichkeit der reinste Horror. Über 100 Soldaten haben bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr bisher ihr Leben verloren. Für die Hannover-Messe hat sich auch die deutsche Truppe angemeldet. Das Motto: „WoMenPower“. Die Bundeswehr wirbt damit, wie normal ihre Ausbildung ist, und dass ihre Ausbildung auch nach der Zeit bei der Bundeswehr im zivilen Leben genutzt werden kann. Die Ausbildung bei der Bundeswehr ist aber keineswegs normal. Jede Ausbildung und jedes Studium umfasst nämlich auch die Ausbildung zum Soldaten. Natürlich schult die Bundeswehr ihre SoldatInnen so, dass sie für ihre Zwecke gut einsetzbar sind und das bedeutet dann z.B. für den Kfz-Mechatroniker eben, dass er lernt, Panzer zu reparieren und keine PKWs. Häufig wurde argumentiert, dass die Bundeswehr sich nur an humani-tären Hilfseinsätzen beteilige, und damit gegen Armut und für Demokratie und Menschenrechte kämpfe. Heute wird immer offener gesagt, worum es bei den Aus-landseinsätzen geht, nämlich um die Sicherung von Rohstoffquellen und Handelswegen. Nun wird aber versucht das als gemeinsames Interesse Deutsch-lands darzustellen. „Wir“ profitieren von einer starken deutschen Wirtschaft, „Wir“ profitieren von einem mächtigen Deutschland in der Welt. Schließlich bietet uns die Rüstung auch Arbeitsplätze, während sie andere Länder kaputtbombt.

Veräppeln können wir uns alleine!
In Rüstungsbetrieben arbeiten ist auch nicht besser, als in zivilen Betrieben für das Kapital zu schuften. SoldatInnen geben ihr Leben, die Bevölkerung anderer Länder wird ermordet und ihre Länder zerstört. Doch weder die Bevölkerung dieser Länder noch wir profitieren davon. Davon profitieren alleine die deutschen Banken und Konzerne. Und genau diese Banken und Konzerne sind es, die uns auch hier in Deutschland das Leben schwer machen. Sie drücken die Löhne und verschlechtern die Arbeitsbedingungen, um ihre Profite zu steigern.

Bundeswehr raus aus Schulen, Jobcentern und Berufsmessen! – Kein Werben fürs Sterben!
Zivile Ausbildungsplätze für alle!
Bundeswehr abschaffen!