Karstadt – Kaufhof Kapitalistische Schacherei auf dem Rücken der Beschäftigten

 

Der österreichische Karstadt-Eigentümer und Immobilienspekulant Rene Benko hat dem kanadischen Kaufhof-Mutterkonzern Hudson Bay Company (HBC) ein Kaufangebot von ca. 3 Milliarden Euro gemacht. HBC hatte die Waren-hauskette erst 2015 für 2,8 Milliarden Euro von dem Düsseldorfer Metro-Konzern übernommen.

Die Übernahme von Kaufhof durch Karstadt wäre der Schlusspunkt einer jahrelangen Übernahme- und Ver-nichtungsschlacht in der Einzelhandelsbranche: Von einst vier großen Anbietern (Karstadt, Kaufhof, Hertie und Horten) bliebe noch ein Anbieter übrig, der gegenüber Ketten wie  Primark, H&M und anderen Einkaufszentren konkurrieren würde. Wenn immer weniger Anbieter sich den Markt aufteilen, nennt man das Monopolisierung – eine typische Erscheinung im modernen Kapitalismus.

Dem Immonilienspekulanten Benko geht es in erster Linie um die lukrativen Innenstadt-Lagen der Warenhäuser, die mit ca. 2,7 Milliarden Euro bewertet werden. Dass dabei bis zu 10.000 Arbeitsplätze von den jetzt noch 40.000 verloren gehen, wird eiskalt mit einkalkuliert. Denn es ist absehbar, dass an Standorten an denen es derzeit Kaufhof und Karstadt gibt, jeweils ein Haus geschlossen wird. Mindestens jedes dritte der 180 Warenhäuser ist daher von Schließung bedroht.Desgleichen werden absehbar die zwei bestehenden Verwaltungen zu einer gemeinsamen  zu-sammmengelegt.

Die Beschäftigten waren dabei immer nur Spielball und die Leidtragenden.

Nachdem Karstadt sich den Neckermann-Versand und danach Hertie einverleibt hatte, danach auch noch das Versandhaus Quelle, musste 2009 Insolvenz angemeldet werden – man hatte sich übernommen. 2010 übernahm der Miliardär Nicolas Berggruen Karstadt zu einem Spottpreis aus der Insolvenz und verkaufte schon vier Jahre später an Rene Benko.Obwohl dieser von HBC die Kaufhauskette erwerben will, hat er gleichzeitig seine Karstadt-Luxuskaufhäuser KaDeWe in Berlin, Oberpollinger in München und das Alsterhaus in Hamburg an die thai-ländische Central Group der reichsten thailändischen Familie Chirathivat (geschätztes Vermögen 13 Milliarden Dollar) verkauft.

Eines wird bei diesen ganzen Käufen und Verkäufen der letzten Jahre deutlich: Solange die kapitalistischen Eigentümer schalten und walten können wie sie wollen, werden die  Beschäftigten  ihre Interessen nur durch kämpferische Aktionen durchsetzen können. Alle Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte und der Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsräten reichen nicht aus, die Kapitalseite allein durch Gespräche und Verhandlungen, durch Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge in ihrem Profitstreben zu bremsen.

Dem seit Jahren mit wechselnden Eigentümern zu beobachtenden Ge-schacher auf Kosten der Beschäftigten muss mit betrieblichen und öffentlichen Protestaktionen der Beschäftigten, ihrer Gewerkschaft und den Betriebsräten begegnet werden. Außerdem zeigt sich am Beispiel Karstadt – genauso wie aktuell bei den Stahlarbeitern von Thyssen oder bei Siemens – dass den Betriebsräten und Aufsichtsräten ein Veto bei Betriebs-schließungen gesetzlich eingeräumt werden muss. Solange es diese gesetzliche Regelung nicht gibt, müssen die Beschäftigten selbst dafür sorgen!

 

 

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