Azubi-Streik im Öffentlichen Dienst

Aus dem Winter HVB Ein Artikel der SDAJ Hannover

Azubis im öffentlichen Dienst streikten für bessere Ausbildungsbedingungen!

Diesen Herbst nahmen Auszubildende aus dem öffentlichen Dienst am Jugendaktionstag der Gewerkschaft ver.di teil, um gemeinsam für bessere Ausbildungsbedingungen im Rahmen der Tarifrunde zu streiken. Die Forderungen: Erhöhung der Ausbildungsvergütung und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat, ein kostenfreies ÖPNV-Ticket und eine tarifvertragliche Regelung zur Übernahme nach der Ausbildung. Auch wir als SDAJ waren vor Ort, um unsere Solidarität mit den Streikenden zu zeigen.

Dafür verteilten wir Schokoriegel zur Stärkung und unser Krisenaktionsprogramm. Wir finden, auch in Corona-Zeiten ist es wichtig, dass junge Menschen auf die Straße gehen und für ihr Recht auf bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen kämpfen. Denn für viele Azubis reicht das Ausbildungsgehalt nicht mal, um aus dem Elternhaus auszuziehen und ein unabhängiges Leben führen zu können. Der Ausbildungsplatzmangel wurde während der Pandemie noch einmal verschärft, der Druck auf die Arbeiterjugend wächst immer weiter. Und daran wird seitens der Herrschenden trotz Fachkräftemangel auch nichts geändert.

Ein Beispiel dafür ist die Pflege, in der kürzlich unter Missachtung des 8-Stunden Tages ein 12-Stunden-Arbeitstag eingeführt wurde, obwohl das Pflegepersonal schon ohne Pandemiebedingungen extremen Belastungen ausgesetzt war. Das ist es, was die „Corona-Helden“ für ihren Einsatz von der herrschenden Politik bekommen. Danke für Nichts!

Dabei ist die Lösung naheliegend. Statt die Krisenlasten und Pandemie-Kosten immer weiter auf uns, die lernende und arbeitende Jugend, abzuwälzen, müssen diese von denen getragen werden, die die Krise verursachen und davon profitieren: Die Chefs von Banken und Konzernen. Denn wir stecken nicht nur inmitten einer Pandemie, sondern auch in der schwersten Wirtschaftskrise, die die Bundesrepublik je erlebt hat. Und so eine Krise hat System: den Kapitalismus. Freiwillig werden uns die Reichen keinen Cent zahlen.