Wenn die Sonne tief steht …

Aus dem Hannoverschen Volksblatt, der Zeitung der DKP Hannover; Ausgabe September

Wer hätte vor ein paar Wochen schon geglaubt, dass der SPD-Kandidat Scholz in der Gunst der Wähler bald ganz vorne liegen wird? Wahrscheinlich nicht mal er selbst. Konnte ja keiner ahnen, dass das Wunderkind Annalena beim Abschreiben und die rheinische Frohnatur Laschet beim Lachen zur Unzeit erwischt werden…

In Zeiten wie diesen, wo Provinzfürsten als lasche Luschen und Völkerrechtlerinnen als Hochstaplerinnen entzaubert werden, könnte man sagen: Wenn die Sonne tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.

So ein Urteil würde einem wie Olaf Scholz aber nicht gerecht: Hat er doch als damaliger Bürgermeister seinen Hamburger Jungs von der Privatbank Warburg die Rückzahlung von 47 Millionen Euro Steuererstattungen erspart, die diese sich auf betrügerische Weise mit (Cum-Ex-) Aktiengeschäften ergaunert hatten. Klar, dass er sich da nicht mehr dran erinnern kann: War ja nicht sein Geld, sondern das der ehrlich arbeitenden Bevölkerung. Der wiederum kann es letztlich egal sein, wer von den dreien das Rennen macht. Laschet, Baerbock und Scholz sind keine Alternative, sie verkörpern das alte Merkel-System.