Dem Handwerk reichts: Sanktionen stoppen und Nordstream 2 öffnen!

Am vergangenen Sonntag, den 28. August, sammelten sich 2000 aufgebrachte Handwerker samt ihren Familien zur Protestkundgebung auf dem Dessauer Marktplatz. Grund für ihren Unmut: Der Wirtschaftskrieg der deutschen Regierung gegen Russland und die Sanktionen, die als Boomerang zurückkommen und horrende Energiekosten verursachen, die ihre Betriebe – und damit ihre Lebensgrundlage – massiv gefährden.

Die „Handwerker für den Frieden“ forderten deshalb den sofortigen Stopp der Sanktionen und die umgehende Inbetriebnahme der

Gaspipeline Nordstream 2.

Vier Genossen der DKP Hannover sind dem Aufruf der Dessauer Kreishandwerkerschaft gefolgt und verteilten vor Ort das Hannoversche Volksblatt mit der Leitüberschrift „Keiner soll hungern, ohne zu frieren“ und „Die Lösung – Nordstream 2!“an die unter dem gemeinsamen Motto Protestierenden.

Der Zorn über die skandalöse Verarmungspolitik der Ampelregierung äußerte sich sowohl in den Reden auf der Bühne als auch in den Zurufen und Gesprächen der Menge auf dem gutgefüllten Marktplatz. Die Kreishandwerkerschaft Anhalt hatte zu der Kundgebung aufgerufen, um die im Handwerk herrschende Meinung zu den Russland-Sanktionen in die Öffentlichkeit zu tragen: Diese würden „nichts bewirken, außer dass sie die deutsche Wirtschaft schädigen und über steigende Inflation und Preissteigerungen uns selber schaden“, wie alle der Redner betonten. Noch deutlicher wurden die Plakate und Schilder, die vor der Bühne in die Luft gehalten wurden: „Nieder mit der ,grünen‘ Diktatur!“, „Sanktionen bringen Armut“, „Keine Waffen für US-Interessen“ war da zu lesen, auf einem Pappschild sogar dicht gedrängt „Schluss mit der seit 2014 US-imperialistischen Intervention in der Ukraine gegen Russland + Frieden!“. Kam die Rede auf die verheerende Energie- und Preispolitik der Regierungsparteien, schallten Chöre von „Nicht gewählt!!“ und „Abdanken!“ sowie „Nicht mit uns!“ über den Platz.

Dessaus Kreishandwerkschef Karl Krökel nannte die „Sanktionsspirale“ in seiner Rede einen Bestandteil des Wirtschaftskriegs der deutschen Regierung gegen Russland und machte deutlich, dass die „Handwerker für den Frieden“ Krieg als Mittel der Politik ablehnen, nicht bereit sind, die Rechnung für das hausgemachte energiepolitische Desaster zu zahlen, und sich nicht länger mundtot machen lassen wollen – es müsse klar gesagt werden, dass die Interessen des Auslandes hierzulande offenbar höher bewertet würden als die Interessen des eigenen Volkes.

Auch die in letzter Zeit so oft irrwitzig verzerrte internationale Solidarität zeigte sich in den Redebeiträgen und unter den Demonstranten in ihrer schönsten Reinform: Weder das russische noch das deutsche Volk solle weiter unter den Auswirkungen des politischen Kräftemessens leiden und erst recht nicht sterben – deshalb:

Stopp der Sanktionen gegen Russland!

Nord Stream 2 statt Gasumlage!

Stopp der Waffenlieferungen an die Ukraine!

Auch die IHK Magdeburg hatte im Vorfeld bereits öffentlich zugegeben, dass die gegen Russland verhängten Sanktionen „wenig hilfreich“ wären, weil sie politisch eigentlich nahezu nichts nutzen würden: Der Präsident der Industrie-und Handelskammer (IHK) Magdeburg, Klaus Olbricht, sagte, „ohnehin hätten Sanktionen noch nie einen Krieg beendet“ (MDR Sachsen-Anhalt, 25.08.22).

Nach dem Vorbild der Dessauer Kreishandwerkerschaft vom Juni 2022 hatten auch Handwerker der Region Leipzig und Halle kürzlich jeweils einen „Obermeisterbrief“ an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) gerichtet und veröffentlicht, in dem sie ein Ende der Sanktionen und Energieversorgungssicherheit ohne Insolvenzgefährdung forderten.

Die „Handwerker für den Frieden“ wollen nun ein bundesweites Netzwerk aufbauen und den Protest nach Berlin tragen. Schließen wir uns an, (Nicht-) Handwerker in Ost und West, Nord und Süd, Azubis, Gewerkschaften und (Nicht-) Mitglieder, Selbstständige, Arbeiter, Rentner und alle, die weiter heizen UND essen wollen, ohne sich dabei über beide Ohren zu verschulden! Verstärken und nutzen wir dieses Signal in Richtung Frieden, Freundschaft und Zusammenarbeit mit Russland!

Die nächste Demonstration, an der sich die „Handwerker für den Frieden“ beteiligen, findet am 1. Oktober in Berlin statt. Außerdem wirbt die Handwerker Kreishandwerkerschaft Anhalt für die Online-Petition „Nord Stream 2 statt Gasumlage“ unter http://www.openpetition.de.

Mehr zum Thema findet sich auch unter www. frieden-mit-russland.com.