Galeria Karstadt-Kaufhof geht in die nächste Insolvenz

Aus dem Hannoverschen Volksblatt Dezember

Es ist das zweite Mal innerhalb von zwei Jahren, dass der Warenhauskonzern Insolvenz anmelden muss. Die erste erfolgte im April 2020. Damit verbunden waren harte Einschnitte: Die Schließung von 40 Filialen, der Abbau von rund 4.000 Stellen. Doch die Hoffnung, dass der Konzern danach erfolgreich durchstarten könnte, erfüllte sich nicht. Die Beschäftigten müssen jetzt mit weiteren ca. 40 Filialschließungen und entsprechenden Kündigungen rechnen. Der Konzern betreibt mit 17.000 Mitarbeitern im Moment noch 131 Warenhäuser in 97 Städten.

Galeria-Eigentümer ist die Signa Holding des österreichischen Immobilienspekulanten René Benko, der seit 2019 den Konzern von einer Krise in die nächste treibt. Er hat dabei offensichtlich nur die wertvollen innerstädtischen Grundstücke im Auge, aber nicht den Weiterbetrieb der Warenhäuser und die damit verbundenen Arbeitsplätze. Der erst 2019 mit der Gewerkschaft ver.di abgeschlossene Sanierungstarifvertrag, der Standorte sichern sollte, wurde von der Unternehmensleitung ebenfalls gekündigt.

Erst im Januar hatte die Bundesregierung das Unternehmen mit 220 Millionen Euro gestützt, 2021 hatte sich Galeria mit dem Bund auf einen ersten Kredit in Höhe von 460 Millionen Euro verständigt. Jetzt werden nochmals 200 Millionen benötigt. Innerhalb von drei Jahren 880 Millionen in den Sand setzen – dafür brauchen wir keinen kapitalistischen Eigentümer, das hätten die Beschäftigten mit ihren Betriebsräten besser hingekriegt!

Was muss denn noch alles passieren? Tarifverträge werden nicht beachtet, nach Art der Salamitaktik werden Standort für Standoert, Arbeitsplatz für Arbeitsplatz abgebaut.

Langsam ist kämpferische Gegenwehr geboten! Ver.di ist gefordert, den betrieblichen Widerstand zu organisieren!

Werbung