Berufsverbote-Ausstellung erfolgreich gestartet

Die erstmalig in den hannoverschen ver.di-Höfen präsentierte bundesweite Wanderausstellung „Vergessene“ Geschichte: Berufsverbote – Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland ist überaus erfolgreich angelaufen. Die mit Unterstützung von DGB, GEW, ver.di und der Rosa Luxemburg Stiftung von sechs niedersächsischen vom Berufsverbot betroffenen Lehrer/innen erstellte Ausstellung stößt auf großes Interesse und bekam viel Lob und Anerkennung. „Ich bin tief beeindruckt von der Ausstellung“ und „total toll“, so kommentierten zwei Besucher die anschaulichen Darstellungen.
Nun geht die Ausstellung auf Reisen in andere Orte und Bundesländer – sogar aus Dänemark gibt es bereits eine erste Vorbestellung. Aufgrund der großen Nachfrage wurde inzwischen eine Kopie der Ausstellung angefertigt, sodass künftig zwei Ausstellungen in Gewerkschaftshäusern, Bildungseinrichtungen, Schulen und Universitäten sowie Rathäusern und kirchlichen Einrichtungen über die von offizieller Seite verdrängte und geleugnete Thematik informiere

Veranstaltungsreihe „Totale Kontrolle“

BerufsverboteIn der Zeit vom Oktober bis zum Dezember findet in Hannover unter dem Titel „Totale Kontrolle – Überwachungswahn und das Ende der Freiheit“ eine Veranstaltungsreihe statt, die auf eine besorgniserregende Entwicklung aufmerksam machen möchte. Mit einer erstmalig gezeigten Ausstellung zu Berufsverboten und Demokratieabbau, mit Filmen, Seminaren, Stadtführung und interessanten Vorträgen versuchen die Organisatoren (Arbeitskreis Regionalgeschichte, Bildungswerk ver.di, Kino im Sprengel, Niiedersächsische Initiative gegen Berufsverbote) die ausufernde Überwachung durch Geheimdienste und „Verfassungsschutz“ auszuleuchten.
Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe mit der Ausstellung „`Vergessene`Geschichte – Berufsverbote – Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland“ im Oktober in den ver.di-Höfen (Veranstaltungszentrum Rotation, Goseriede 10). Sehr anschaulich zeigt diese bundesweite Wanderausstellung auf 20 Ausstellungstafeln die Kontinuität von Verfolgung und Repression im Lande auf. Die „Göttinger Sieben“, die „Sozialistengesetze“ gegen „sozialdemokratische, sozialistische und kommunistische Umtriebe“ und Biographien, wie z.B. die des hannoverschen Philosophen und Publizisten Theodor Lessing, werden ebenso dargestellt wie der Umgang des NS-Regimes mit oppositionellen Kräften und Juden.
Die bundesdeutsche Entwicklung nimmt breiten Raum ein: Nachkriegsjahre, die Zeit der Militarisierung und Repression, Post- und Telefonüberwachung bis hin zur Studentenbewegung. Die verfassungswidrigen Berufsverbote der 1970er und 1980er Jahre werden detailliert in ihrem Verlauf mit ihren Verfahren und den Folgen, auch anhand von Einzelschicksalen, dargestellt. Die internationale Solidarität und die heutigen Forderungen der Betroffenen nach Rehabilitierung sind ebenfalls Bestandteil der bis zum 17. Dezember bei freiem Eintritt geöffneten Ausstellung. Führungen durch die Ausstellung können angemeldet werden und eine Begleitbroschüre mit Reproduktionen der Ausstellungstafeln wird erscheinen.
Das vollständige Programm mit den genauen Terminen der Veranstaltungsreihe „Totale Kontrolle“ steht (nach unserem Redaktionsschluss) im Internet unter „Arbeitskreis Regionalgeschichte“ (siehe unter: ´Termine und mehr´) zur Verfügung.