VW – Opfer seiner eigenen Fehler!

Seit dem Auffliegen der Schummel-Software vor einem halben Jahr sind bei Volkswagen zwei Sachen noch nicht klar: Wer trägt die eigentliche Verantwortung für den Abgas Skandal und welche Kosten kommen auf den Konzern zu. Klar ist nur, dass die Strategie des Managements gescheitert ist, der größte Autokonzern der Welt zu werden.

Bei den Kosten gibt es die kalkulierbaren Umrüstkosten; aber unkalkulierbar sind die Kosten der Privatklagen in den USA und in Europa. Hier zeigt sich ein typisch kapitalistischer Mechanismus: Große internationale Anwaltskonzerne besorgen sich Investoren, die hunderte von Millionen Euro oder Dollar zur Vorfinanzierung von Massenklagen bereitstellen. Haben solche Klagen Erfolg, werden die Strafzahlungen zwischen den eigentlich Betroffenen, den Kanzleien und den Investoren geteilt. So wird das Recht wie jedes andere Gut in der kapitalistischen Marktwirtschaft zur handelbaren Ware. Das Recht wird käuflich und verkäuflich; Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit sind Mittel zum Zweck geworden, und der Zweck heißt Gewinnerzielung.
Bei der Verantwortung für die technischen Manipulationen sieht es etwas anders aus. Die verantwortlichen Ingenieure hatten den Auftrag, zwei gegensätzliche Ziele zu vereinbaren: Die gesetzlich vorgegebenen Abgaswerte und den vom Management vorgegebenen Kostenrahmen und der Vertrieb hatte die Aufgabe, koste es, was es wolle, den amerikanischen Markt zu erobern. Der Kostenrahmen wiederum war direkt gekoppelt an die Gewinnziele – weniger Kosten heißt mehr Gewinn. Der Spagat zwischen Umwelt- und Gewinnzielen wurde technisch mit der Schummel-Software gelöst zu Gunsten des Gewinns und zu Lasten der Umwelt. Weiterlesen „VW – Opfer seiner eigenen Fehler!“

Volkswagen: „Wir zahlen nicht für eure Krise!“

„Überlasst VW den US-Gerichten zum Fraß“ fordert ein Kommentar auf Spiegel-Online. In der Tat erwägen nicht nur in den USA, sondern auch in Europa viele Länder und Anleger Klagen gegen VW. Das ist nicht nur dem Konkurrenzkampf der ver-schiedenen Autokonzerne geschuldet, sondern „riecht“ nach „Rache“ dafür, dass die deutsche Regierung den anderen Ländern Europas gerne vorschreibt, wie sie richtig zu wirtschaften haben.
Die Sprachrohre des Kapitals, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Handelsblatt, üben sich wieder in Gewerkschaftsschelte und erneuern ihre Forderungen nach Ab-schaffung des VW-Gesetzes, Einschrän-kung der Mitbestimmung sowie Lohn-senkungen, kurz: einer Schwächung von Betriebsrat, Beschäftigten und Gewerk-schaft. Gleichwohl, der Betrug an Kunden und Umweltbehörden ist Fakt und zeugt von krimineller Energie. Aufklärung und Bestrafung sowie Schadensbehebung müssen deshalb absolute Priorität haben!

Was sind die Ursachen?
Was hat Manager dazu getrieben, größt-möglichen Umweltschutz zu „vergessen“ und das Image von VW, 600.000 Arbeits-plätze weltweit, den Wohlstand ganzer Regionen (aktuell gibt es kommunale Haushaltssperren in Wolfsburg und Braunschweig) aufs Spiel zu setzen?
War es der Druck, größter Autohersteller der Welt zu werden, wozu eine bessere Präsenz auf dem US-Markt gehört?
War es eine autoritäre Führung, die keinen Widerspruch duldete? „Geht nicht, gibt’s nicht“?
Waren es mangelnde Visionen, die dazu führten, an der Dieseltechnologie fest-zuhalten und Elektromobilität sowie andere Mobilitätskonzepte zu vernachlässigen?
War und ist es der Druck, bessere Autos ohne höhere Kosten zu entwickeln, um Höchstprofite zu sichern? Weiterlesen „Volkswagen: „Wir zahlen nicht für eure Krise!““