Gut und günstig wohnen in Linden-Limmer

Distanzierung der Wohngebietsgruppe DKP Linden-Limmer von unsozialer Wohnungspolitik

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert begann ein rasanter Anstieg der Bevölkerungszahlen in den Städten. In fußläufiger Nähe der Fabriken entstanden durch das Ansiedeln der Arbeiter und ihrer Familien die Arbeiterstadtteile. In Linden und Limmer wurden Arbeiterhäuser und Werkswohnungen rund um Hanomag und Ahrberg, die mechanische Weberei an der Ihme bis zu Bettfedernfabrik und Continentalwerken am Leineufer hochgezogen. Die Fabrikbesitzer und Vorgesetzten atmeten in herrschaftlichen Villen samt Grünflächen und breiten Straßenzügen durch, während die Arbeits-, Wohn- und Lebensorte der Arbeiter eng, laut und dreckig waren. Durch zwei Kriege und Deindustrialisierung fiel der Industriestandort Linden-Limmer zu großen Teilen brach, zurück blieb der Arbeiterstadtteil, der noch bis Mitte der 60er-Jahre im Beheben der Kriegsschäden steckte. Das sogenannte Wirtschaftswunder brachte Geld in die Kassen der Stadt. In Hannover begann ein großangelegter, das Stadtbild verändernder Bauboom, so auch in Linden-Limmer.

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8. Mai, Tag der Befreiung!

Genossinnen und Genossen der DKP Hannover nahmen am 8. Mai gemeinsam mit vielen anderen Teilnehmern des Bündnisses 8. Mai an der Gedenkfeier am Mahnmal Gerichtsgefängnis teil.

Unser Redebeitrag:

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, liebe Kameradinnen und Kameraden,liebe Genossinnen und Genossen!

Heute erinnern wir an den 8. Mai 1945, den Tag der Befreiung Deutschlands von Faschismus und Krieg durch die Armeen der Anti-Hitler-Koalition.Das verbrecherische Naziregime war besiegt, der Krieg in Europa beendet – auch dank der Partisanen und der Widerstandsbewegungen der Völker.

Das Gedenken an die Opfer des Vernichtungsfeldzuges von Wehrmacht und SS, des millionenfachen Mordes durch die Terrorherrschaft der NSDAP, des barbarische Kolonialismus und des Weltkriegs sind uns für immer Mahnung: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

Wir erinnern an diesem 8. Mai an alle Verfolgten des Naziregimes, auch an die von der offiziellen Geschichtsschreibung verschwiegenen kommunistischen Widerstandskämpfer. Wir erinnern an Ernst Thälmann, der im Gerichtsgefängnis an diesem Ort von 1937 bis 1943 durch die Nazijustiz gefangen gehalten wurde.

Wir danken insbesondere den Völkern und Armeen der Sowjetunion, die die größten Opfer für die Befreiung trugen. 27 Millionen Sowjetbürger verloren durch den barbarischen Eroberungskrieg des Hitlerregimes und seiner Auftraggeber aus dem Großkapital ihr Leben.

Der 8. Mai ist für uns ein Feiertag. Doch wir müssen leider feststellen: Das Gedenken am 8. Mai wird zunehmend missbraucht: Die deutsche Bundesregierung vertritt einen pervertierten Antifaschismus, in dessen Namen Krieg geführt und demokratische Grundrechte verstümmelt werden. Außenminister Heiko Maas erklärte einst nach seinem Amtsantritt: „Ich bin wegen Auschwitz in die Politik gegangen.“ Sollte dieser Satz nicht eigentlich zu einer konsequenten Friedenspolitik verpflichten? Zu einer Politik, die demokratische Grundrechte achtet und ausbaut? Nein, das steht nicht auf der Agenda der Bundesregierung. Insbesondere gegenüber Russland, das die Hauptlast bei der Niederwerfung von Wehrmacht und SS trug, wird eine immer feindseligere Haltung eingenommen. Es wäre historische Verpflichtung und zugleich im Interesse der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung in unserem Land, wenn die Bundesregierung ein gutnachbarschaftliches und friedliches Verhältnis zu Russland anstreben würde.

Aber statt Abrüstung und Kooperation kennt sie nur Aggressivität in Wort und Tat. Die Deutschland und Russland verbindenden Gaspipeline Nord Stream 2 wird unter fadenscheinigen Begründungen und unter offensichtlichem Druck aus den USA torpediert. Immer neue Sanktionen werden auf EU-Ebene beschlossen. Russland wird Großmachtsgehabe, Eroberungswillen und sogar politischer Mord im In- und Ausland unterstellt. Diese Unverschämtheiten der derzeitigen und allem Anschein auch der künftigen Bundesregierung sind geschichtsvergessen. Es ist Zynismus, wenn höchste staatliche Repräsentanten in Sonntagsreden den „Kampf gegen Rechts“ beschwören um dann anschließend das nächste NATO-Manöver in Richtung Russlands Grenzen zu starten! Es ist eine völlige Verdrehung der Geschichte, wenn im EU-Parlament eine Resolution wie im Jahr 2019 verabschiedet wird, die der Sowjetunion eine Mitschuld am zweiten Weltkrieg gibt. Und es ist bemerkenswert, dass die Hardliner gegenüber Russland ausgerechnet in der Partei sitzen, die sich einst als Friedenspartei konstituiert hat. Niemand repräsentiert besser die Heuchelei gegenüber unserer geschichtlichen Verpflichtung als die Grünen. Außenpolitische Zurückhaltung? Völkerverständigung? Für die Grünen und ihre Kanzlerkandidatin Baerbock ist das kalter Kaffee. Ihr gegenwärtiges Programm heißt: Eskalation gegenüber Russland und nun auch China. NATO-Aufrüstung, Einkreisung, Krieg. Sie nennt das, „Mit Dialog und Härte“ gegenüber Russland und China aufzutreten.

Das, liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde ist die Sprache der Kriegstreiber von einst, kaum verhüllt in moderne Worthülsen!

Und es bleibt ja nicht bei verbalen Ausfällen gegenüber Russland. USA, NATO und das deutsche außenpolitische Establishment haben längst auch in Taten einen neuen Kalten Krieg angezettelt. Seit Jahrzehnten verfolgen die USA eine Politik der Umzingelung der Russischen Föderation durch Ausdehnung des NATO-Gebietes, durch Aufstellung von Raketenabschussbasen, durch Anzettelung von pro-westlichen Regierungswechseln wie 2014 in der Ukraine und zuletzt mit dem fehlgeschlagenen Versuch eines Putsches in Belarus. Nachdem im vergangenen Jahr mit dem US-Manöver „Defender Europe 2020“ Truppentransporte in großem Maßstab aus den USA und Westeuropa über deutsches Territorium nach Osteuropa geprobt wurden, findet nun das Nachfolgemanöver „Defender 21“ statt, bei dem Deutschland erneut zum Aufmarschgebiet gegen Russland wird. All dies sind keine Verteidigungsmaßnahmen des NATO-Bündnisgebietes gegen eine angebliche russische Bedrohung. Ich sage bewusst: Angebliche russische Bedrohung. Es gibt keine russische Bedrohung!

Es waren die USA mit Unterstützung der deutschen Bundesregierung, die den INF-Vertrag zerrissen haben! Es sind NATO-Truppen, die über fremdes Territorium bis an die russische Westgrenze vorrücken! Der Frieden ist für Russland das höchste Gut.

Wie einst Jewgeni Jewtuschenko dichtete: Dort, wo er liegt in seinem Grab,den russischen Soldaten frag! Sein Sohn dir drauf Antwort gibt: (..) meinst du, die Russen wollen Krieg?

Die geopolitischen Strategen der USA und der NATO machen keinen Hehl aus ihren Motiven: Es geht ihnen um die Sicherung der weltweiten Dominanz des Westens – wirtschaftlich, politisch und militärisch. Sie wollen keine multipolare Welt, in der Russland, China und viele sog. Entwicklungsländer auch eine Rolle spielen. Sie wollen die Zeit zurückdrehen, zurück zur uneingeschränkten Herrschaft von USA, NATO und EU über den Rest der Welt. Dafür wird nuklear aufgerüstet indem die US-Atombomben in Büchel (Rheinland-Pfalz) modernisiert werden.

Und dieser weltweite Herrschaftsanspruch wird blutig umgesetzt. Im Donbass im Osten der Ukraine hatten sich nach dem verfassungswidrigen Maidan-Putsch die Volksrepubliken Donezk und Lugansk 2014 aus dem Staatsverband der Ukraine gelöst. Die ukrainische Regierung fühlt sich durch den Aufmarsch der USA und der NATO in Richtung Russland ermuntert, den Donbass militärisch zurückzuerobern und ihre durch das Minsker Abkommen übernommene Verpflichtung zur friedlichen Regelung des Konflikts zu ignorieren. Seit Wochen mobilisiert die ukrainische Armee – mit Rückendeckung aus Washington und Berlin – an die Frontlinie und beschießt wieder Städte und Dörfer im Donbass. Dreist fordern die NATO-Staaten nun von Russland, seine Truppen innerhalb der russischen Föderation weg von der ukrainischen Grenze zu bewegen. Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde!

Diese Konfrontationspolitik muss endlich ein Ende haben! Der Westen muss sich zurückziehen! Die NATO muss raus aus Osteuropa und der Bundesrepublik!

Der 8. Mai mahnt uns: Antifaschismus ist Friedenspolitik – Deutschland raus aus der NATO,

Frieden mit Russland und China!

8. Mai – Tag der Befreiung

Die DKP Hannover ruft auf zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung des Bündnis 8. Mai

Samstag, 8. Mai, 17:30 Uhr
Mahnmal Gerichtsgefängnis
am Pavillon, Lister Meile

Zum 8. Mai 2021 erklärt die DKP Hannover:

Für Frieden mit Russland!

Vor 80 Jahren, am 22 Juni 1941, überfiel das faschistische Deutsche Reich die Sowjetunion. Es war das zweite Mal im letzten Jahrhundert, dass deutsche Truppen in Russland einfielen. Von den 55 Millionen Kriegsopfern hatte allein die Sowjetunion 27 Millionen zu beklagen.

Russland bzw. die Sowjetunion dagegen haben noch nie Deutschland angegriffen. Am 8. Mai 1945 wurde das deutsche Volk durch die Rote Armee und die West-Alliierten vom Faschismus befreit. Für die Menschen in Deutschland bot dieser Tag die Chance auf einen demokratischen Neubeginn und friedlichen Aufbau.

Jetzt stehen wieder deutsche Soldaten – zusammen mit anderen Nato-Truppen – im Baltikum an den Grenzen zu Belarus und Russland. Die Nato dehnt ihr Einfluss- und Aufmarschgebiet immer weiter zu den Grenzen Russlands aus. Seit letztem Jahr werden wieder Großmanöver der Nato in Osteuropa durchgeführt. 2020 mit 40.000 Soldaten im Baltikum und 2021 mit 28.000 Soldaten auf dem Balkan. US-Raketenbasen Richtung Russland sind in Polen und Rumänien errichtet worden. Die US-Luftwaffe hat 2020 strategische Atombomber auf der norwegischen Militärbasis Ørlandet bei Trondheim stationiert.

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DKP Hannover sammelt die ersten 500 Unterstützungsunterschriften für die Landesliste Niedersachsen

Ende Januar hat die DKP Hannover eine Kampagne zur Absicherung der Kandidatur der niedersächsischen Landesliste zur Bundestagswahl gestartet. Nach gut drei Monaten aktiver Sammlung von Unterstützungsunterschriften – überwiegend an Infoständen, auf der Straße, vor Supermärkten, an Haltestellen – konnte nun eine erste Marke überschritten werden. Ein Viertel der insgesamt 2000 benötigten Unterschriften ist geschafft! Von Anfang an stellte der Kreis Hannover die drei zentralen Forderungen der DKP Niedersachsen zur Bundestagswahl in den Vordergrund:

–             Gegen Arbeitsplatzabbau und Standortschließungen

–             Schluss mit Wohnungsnot und Mietenwahnsinn

–             Frieden und Zusammenarbeit mit Russland und China

Mit Passanten wurden hunderte Gespräche geführt, in denen die DKP Hannover ihre Wahlaussagen bekannt machte und sich über die Anliegen und Forderungen der Menschen – insbesondere in den Stadtteilen Linden-Limmer und Herrenhausen-Stöcken – informierte. Mit den „Forderungen der DKP Niedersachsen“, den „Kernaussagen der DKP zu den Bundestagswahlen 2021“, den Ausgaben des Hannoverschen Volksblattes (HVB) im Januar und März sowie einer Serie von Kleinplakaten hatten die Wahlkämpfer stets Infomaterial zur Hand. Unterstützung bekam die DKP Hannover dabei von parteilosen Freunden und Genossen anderer internationaler Bruderparteien.

In den vergangenen Wochen stand im Vordergrund der Gespräche auf der Straße die drohende Abwälzung der Krisenkosten auf die werktätige Bevölkerung nach der Wahl. „Nach den Wahlen heißt es zahlen“ titelte das HVB. Dieser Kurs deutet sich bereits jetzt durch Erhöhungen der Gas- und Strompreise u.a. aufgrund der CO2-Steuer, eines Kürzungshaushaltes in der Stadt Hannover sowie der Renten-Nullrunde an. Auch die Kriegstreiberei der Regierung gegen Russland war oftmals Gesprächsthema. Die klare Haltung der DKP gegen Krieg und Sanktionen, gegen die Lagerung von US-Atombomben in Deutschland sowie gegen die Erhöhung des Rüstungsetats traf auf große Zustimmung. Die DKP Hannover lässt sich auch weiterhin nicht von den massiven Einschränkungen demokratischer Grundrechte einschüchtern und ist mehrmals wöchentlich auf der Straße.

Wählt Kommunisten! Wählt DKP!

Hannover trifft Havanna

Aus dem Hannoverschen Volksblatt, der Zeitung der DKP Hannover, Ausgabe März

Dieses Rezept haben wir als vegane Variante auf dem letzten UZ Pressefest angeboten.

Karotten Kokos Suppe

Zutaten für ca. 4 Personen:

1kg Karotten; 1 – 2 Stangen Porree, 1 kleinen Sellerie, 1 kleines Stück Ingwer, 1 Zwiebel, ca. 300 Ml. Gemüse oder Hühnerbrühe, ca. 1 L Kokosmilch, ½ Becher Frischkäse, 1 Beutel Kokosflocken, Butter, Zucker, Pfeffer

Zubereitung:

ca. ¼ der Karotten putzen und in feine Scheiben schneiden, an-schwitzen in ein bisschen Butter dazu mit etwas Zucker karamellisieren. Zur Seite stellen. Den Rest des Gemüses putzen und kleinschneiden. An-Schwitzen mit Butter und Zucker, zum Schluss pfeffern. Mit Brühe aufgießen, so das alles gut bedeckt ist. Kochen bis da Gemüse schön weich ist. Mit einem Pürierstab zu einem Brei zerkleinern. Dann mit Kokosmilch aufgießen, die Kokosflocken und die zur Seite gestellten Karotten zufügen, Wenn die Karotten weich sind den Frischkäse zufügen, wenn dieser geschmolzen ist ist die Suppe fertig. Wer noch ein bisschen knuspern mag kann noch ein paar geröstete Kürbiskerne in die Suppe geben.

Sauftourismus beenden! Gut und günstig feiern in Hannover!

Wein- sekt- und bierernster Vorschlag der DKP Hannover

Wohnen und leben im Stadtteil Linden

Der Stadtteil Linden hat, wie jeder Stadtteil, seinen eigenen Charakter. Linden, eine ehemalige Industriestadt, ist durch eine lange Tradition der Arbeiterbewegung geprägt. Durch Zuwanderung vieler ausländischer Arbeitskräfte seit den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts ist die Bevölkerung, was ihre geografische Herkunft angeht, vielfältig zusammengesetzt. Es gehört zu den positiven Besonderheiten, dass sich hier zwischen den Menschen verschiedener Herkunft über Jahrzehnte ein soziales Klima guten Zusammenlebens entwickelt hat. Linden ist dementsprechend kulturell vielfältig, verfügt, gemessen an anderen Stadtteilen Hannovers, über eine gute soziale Infrastruktur und facettenreiche Gastronomie. Kurz gesagt leben in Linden ganz normale Leute mit einem etwas speziellen Einschlag. In den vergangenen zehn Jahren ist Linden zu einem Gebiet geworden, in dem sich die sogenannte Gentrifizierung bemerkbar macht. Menschen aus den „urbanen Mittelschichten“, mehr oder minder betucht, finden Linden chic und hip und wollen hier wohnen. Diese Erkenntnis machte Linden auch für Investoren (Stichwort „Luxussanierungen“) und für Spekulanten interessant. Dieser Prozess treibt die Mietpreise in die Höhe und verdrängt die Bevölkerung, die wir oben die ganz normalen Leute genannt haben. In den besagten „urbanen Mittelschichten“ leistet frau und mann sich gerne einen ökologisch-schicken Lifestyle. Diese Milieus kultivieren ihre hippe Lebensart und empfinden die ganz normalen Leute, auch Lindens „Ureinwohner“ genannt, eher als malerische Hintergrundkulisse.

Party muss sein

Gerade angesichts der nun über ein Jahr andauernden sogenannten Coronabeschränkungen ist das Bedürfnis nach Geselligkeit groß. Das betrifft die Feier mit Freunden und Verwandten in den eigenen vier Wänden, im Hof des Hauses oder auch im Garten. Dazu gehören auch Straßenfeste, Schützenfeste oder größere Parties. In den Sommermonaten gemeinsam draußen zu grillen und zu feiern, ist ein Teil der Alltagskultur. Wie das konkret aussieht, ist eine Frage des sozialen Milieus, der „Szene“, des Lebensalters, aber auch des Geldbeutels. Gerade für jüngere Menschen, die sich in der Ausbildung oder im Studium befinden, ist es ebenso wie für die wachsende Zahl an Geringverdienern ein legitimes Interesse, auch kostengünstig zusammenkommen zu können oder gemeinsam zu feiern. Selbst wenn die Lindener Clubs und die immer teurer werdenden Kneipen also geöffnet haben, spielt sich ein großer Teil der Geselligkeit auf den Straßen, Plätzen und Grünflächen ab.

Sauftourismus muss nicht sein

Im Verlaufe der letzten sieben Jahre hat hat sich rund um die Limmerstraße ein regelrechter Sauftourismus herausgebildet. Vorwiegend jüngeres Publikum reist an, Bier bringt man gern kistenweise mit oder holt es sich frischgezapft am Kiosk, Wodka flaschenweise beim Supermarkt. Und dann geht’s ab. Warum auch nicht.

Aus Sicht der ganz normalen Leute ist das Vergnügen am Partyleben auf den Straßen aber nicht ungeteilt. Irgendwann, bei aller Toleranz und Akzeptanz der Lindener

Umsonst-und-draußen-Straßenkultur, möchte mann und frau nämlich des nachts ein Auge zu tun. Auch die Partyrückstände sind nicht sonderlich spaßig: Bergeweise Flaschen, Dosen, Einwegverpackungen, von Piss- und Kotzlachen mal ganz abgesehen. Das Fahrradfahren durch die Scherben am nächsten Morgen wird zum teuren Spaß, das Gassigehen für Hundepfoten gefährlich. Es gibt ja auch Kinder, die auf Gehwegen oder auf Spielplätzen spielen.

SPD und Grüne dürfen sich auf die Schultern klopfen. Sie haben einen satten Anteil an der Förderung des Sauftourismus in Hannover. Schon 2007 hatte die SPD im Rathaus die Stadtverwaltung nach der Bilanz der städtischen Sommerfeste befragt und die Bedeutung in Bezug auf den Städtetourismus als Wirtschaftsfaktor hervorgehoben. Dazu passt, dass der Sauftourismus in Linden-Nord von der Stadtverwaltung als Teil der Tourismuswerbung mittlerweile international beworben wird: „Studenten, Akademiker, Lebenskünstler, Originale, für alle ist die Straße fast ein Wohnzimmer. Kneipen, Cafés, Kioske und Restaurants finden sich an jeder Ecke, die Locations Béi Chéz Heinz, Cafe Glocksee und Kulturzentrum Faust sind das Partydreieck.“ Zudem vergibt die Stadt seit 2018 Schanklizenzen an Kioske, die gezapftes Bier und Cocktails to go anbieten dürfen, ohne eine Kundentoilette vorweisen zu müssen. Das gleiche gilt für die Supermärkte, die nur profitieren und keinerlei Verpflichtung oder Kosten auferlegt bekommen. Darin drückt sich genau die Haltung aus, die sozialen Interessen der mehrheitlichen Wohnbevölkerung zu ignorieren und die Anwohner eher als malerische Hintergrundkulisse des „hippen“ Partybetriebs wahrzunehmen.

Bei Herrn Gardemin, Fraktionsvorsitzender der „Grünen“ im Rat, hört sich das dann so an: „‘Limmern‘ macht Spaß, bringt Menschen zusammen und hat Linden zu einem most amazing place to visit gemacht.“, so im November 2017 bei halloLindenLimmer.de. Klar, wenn man genügend Rückzugsraum, sprich große Wohnung oder Haus, und alternativ begrünten Hinterhof zur privaten Nutzung hat, ist eben „alles easy“. Mit solchen „spaßigen“ Sprüchen ist das Problem aber nicht aus der Welt.

Der vorläufige Höhepunkt dieser dummdreisten Politik, die Lasten des Partybetriebs auf die normale Wohnbevölkerung abzuwälzen, ist der aktuelle Versuch der „rotgrünen“ Ratsmehrheit, die Kosten für die Beseitigung des Partymülls den Anwohnern auf’s Auge zu drücken. Über einen durchsichtigen Trick – Erhöhung der Reinigungsintervalle im Partyrevier – sollen die Anlieger die Kosten für die Beseitigung des Partymülls per Gebührenbescheid bezahlen. Das betrifft erstmal die Hauseigentümer; die können die erhöhten Gebühren dann als Nebenkosten auf die Mieter abwälzen.

Ein Wort zur CDU: Die CDU hat sich zum Sprecher der Anlieger gemacht, die von dieser speziellen Gebührenerhöhung besonders betroffenen sind. So weit, so gut. Allerdings wäre die Position der CDU glaubwürdiger, wenn sie im September 2020 im Rat nicht ebenfalls der Erhöhung der Straßenreinigungsgebühren zugestimmt hätte. Der Beschluss besagt nämlich, dass die Reinigungsgebühren von 2020 zu 2021 sich im „Standardfall“ um fast 9% erhöhen werden und dann für drei Jahre auf diesem Niveau bleiben sollen.

Besagter Herr Gardemin hat 2017 immerhin die wahren Zusammenhänge, die „rotgrün Hannover“ nun unter den Teppich kehren möchte, rausposaunt: „Jährlich rund eine Million Linden-Gäste sind ein Imagefaktor für die ganze Stadt Hannover und ein ordentlicher Batzen für den Kämmerer.“ Hier trapst die sprichwörtliche Nachtigall: Bevor, wie man hofft, der Sauftourismus wieder anläuft, soll die Sache noch schnell über die Bühne gebracht werden. Eine Million „Linden-Gäste“ machen eben Dreck und die Anlieger sollen löhnen. Dabei ist es doch wohl selbstverständlich, dass der Kämmerer von seinem „ordentlichen Batzen“ auch die Reinigungskosten bezahlen muss! Und wenn wir schon dabei sind: Es dürfen ruhig ein paar mehr Sanitäranlagen sein als zwei öffentliche Toiletten!

Gut und günstig feiern in Hannover!

Rat und Stadtverwaltung haben seit mehr als dreißig Jahren das Maschseefest zu einem bombastischen, überdimensionierten Event hochgejubelt. Hier verdienen sich mit Unterstützung durch die öffentliche Hand ein paar Großgastronomen jährlich eine goldene Nase. Mit tausenden von meist sehr jungen, engagierten und klassischerweise miserabel bezahlten Hilfskräften wird hier eine Sause aufgezogen, auf der „Sehen und gesehen werden!“ immer mehr zur Devise wird. Die Preise für Getränke und Speisen sind völlig überzogen. Der normalen Gastronomie, vor allem den Kneipen, werden zehntausende von Gästen entzogen, so dass sich der Betrieb in der Zeit, in der das Maschseefest läuft, kaum noch lohnt.

Angesichts dieser Fehlentwicklung liegt es nahe, in anderen Stadtteilen kostengünstige Möglichkeiten zu organisieren, um in den Sommermonaten gemeinsam draußen zu feiern und dabei gleichzeitig Linden von dem ausufernden Partybetrieb zu entlasten.

So könnte es klappen: In einigen weiteren Stadtteilen werden von der Stadt Hannover Kommunale Partybereiche eingerichtet, die im Wechsel für den sommerlichen Wochenendpartybetrieb genutzt werden können! Klar, dafür braucht man Infrastruktur: ordentliche Sanitäranlagen, mobile Notfallambulanz, überdachte Sitzmöglichkeiten, da wo es der öffentliche Nahverkehr nicht hergibt, Shuttlebusse. Und wenn die Party vorbei ist, macht Aha sauber.

Und wer soll das bezahlen? Die Stadt Hannover hat Millionen übrig, um Flaniermeilen wie die Schmiedestraße zu bauen, den Umbau des Steintorplatzes zu finanzieren, das Schloss Herrenhausen und die KunstFestSpiele Herrenhausen für die oberen Zehntausend herzurichten. Beispiele wie diese zeigen, dass es an Geld nicht fehlt.

In „Coronazeiten“ haben wir gelernt, dass die Behörden Verordnungen zusammenzimmern können wie am Fließband. Alles wird bis ins Kleinste geregelt: Maske auf, Maske ab, Schule auf, Kita zu etc. Dann können auch über Schankgenehmigungen, Standgebühren etc. für die Kommunalen Partybereiche ordentliche Einnahmen hereinkommen. Denn wer an der Party verdient, der soll auch seinen Beitrag für die Finanzierung leisten. Auch Obergrenzen für Getränkepreise und Imbiss-Speisen können vorgegeben werden. Es ist durchaus möglich, in der „ambulanten Gastronomie“ mit auskömmlichen Preisen Geld zu verdienen; eine goldene Nase muss ja nicht sein. Auch für „rotgrün Hannover“ gilt: mann und frau muss nur wollen, dann klappt das schon!

Ja, Party in Linden ist okay. Aber nicht beliebig lang, beliebig laut und beliebig oft. Auch andere Stadtteile Hannovers sollen ihr Stück vom Partykuchen abbekommen, so im Wechsel, alle vier bis sechs Wochen. Das wär’s doch!?

Wir finden, zusätzliche ideale „Locations“ für Kommunale Partybereiche bieten sich hier an:

  • Entlang der Lister Meile vom Weißekreuzplatz bis zum Lister Platz.
  • Links und rechts der Sallstraße, des Altenbekener Damms, der Geibelstraße und auf dem Stephansplatz.
  • Am Engelbosteler Damm von der Christuskirche bis zur Haltenhoffstraße.
  • Im Gebiet rund um das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium.
  • Auf dem „lindenähnlich“ multikulturell und toleranten Roderbruchmarkt oder den von hanova partytauglich sanierten Innenhöfen vom Canarisweg.

Eltern sorgen sich um ihre Kinder

Aus dem Hannoverschen Volksblatt, der Zeitung der DKP Hannover, Ausgabe März

Aus dem Stadtteil Herrenhausen

Eltern in Herrenhausen sind besorgt und wütend: Viele Schulwege sind nicht sicher!

Autos gefährden Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zur Schule. Besonders schlimm ist es rund um das Gymnasium Goetheschule in Herrenhausen: Die Verkehrssituation bringt die Kinder dort immer wieder in Gefahr. Das gilt besonders für Schüler die mit dem Rad fahren. Auf dem Weg zur Goetheschule müssen viele Schüler den Zugang über den Herrenhäuser Kirchweg in den Franziusweg nutzen. Besonders dort sei die Lage gefährlich, wenn etwa Lastwagen und Müllfahrzeuge den Weg der Schüler auf ihren Rädern kreuzen. Nach etlichen Protesten der Eltern will die Stadt jetzt erst einmal einen provisorischen Überweg einrichten.

Wir fordern eine schnelle, sichere und dauerhafte Lösung für diese Gefahrenquelle!